Die Kunst des 20. Jahrhunderts

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Zusammenfassung

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Punktabzug gibt es für die geschlossenen Montag und das Fotografierverbot. Diese Bewertung hat die Redaktion von EXHIBS.INFO aufgrund der vorliegenden Berichte erarbeitet. Sie ist bei aller journalistischen Sorgfalt subjektiv, andere Besucher mögen zu anderen Einschätzungen kommen. Sie sind in jedem Fall herzlich aufgefordert, sich mit ihrem Bericht an dieser Seite zu beteiligen.


Annäherung an eine Epoche

Von der Privatsammlung zum Museum

Was wäre moderne Kunst ohne private Sammler? Peter Tamm (in Maßen, was moderne Kunst betrifft) in Hamburg, Lothar Günther Buchheim in Bernried am Starnberger See, Henri Nannen in Emden oder eben Bernhard Sprengel (1899-1985) in Hannover sind nur drei prominente Beispiele für die Wandlung privater Sammlungen in öffentliche Museen.

Der Karies-König von der Leine, Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkreig und Mitglied der Schlagenden Verbindung "Corps Holsatia Kiel" ("Ruhm durch die Liebe zum Vaterland") stiftete 1969 noch zu Lebzeiten seine Sammlung zeitgenössischer Kunst (Cranach war aus) zusammen mit einer Startfinanzierung für einen Museumsbau der Stadt Hannover. Es dauerte dann noch 10 Jahre, bis das Museum tatsächlich eröffnet werden konnte. Wenn Stadt und Land etwas mit Kultur auf die Beine stellen sollen, geht das meistens lange (Amts-)Wege. Die Eröffnung des Museums (Architekten Peter und Ursula Trint und Dieter Quast) im Jahre 1979 erlebte Berhard Sprengel dennoch. Damals hieß es noch "Museum moderner Kunst" und wurde (und wird) finanziell vom Land Niedersachsen und der Stadt Hannover getragen. Zum 85. Geburtstag des Spenders wurde das Museum dann 1984 in "Sprengelmuseum" umbenannt.

Unselige Berührungen

Berhard Sprengel war Jurist und kam mit zeitgenössischer Kunst in Berührung, als er 1937 in München die berüchtigte Ausstellung "entartete Kunst" gesuchte. Ob aus der Zeit preiswerte Erwerbungen stammen, ist nicht überliefert. Jedenfalls wurden die Sprengel-Werke schon 1 Jahr vor dem Ausstellungsbesuch in München zu einem kriegswichtigen Unternehmen (3 Jahre vor dem Beginn des Krieges!) erklärt, weil ihr Produkt "Scho-ka-kola" (So eine Art Weltkriegs-Red-Bull) den Bomberpiloten und U-Boot-Kommandanten auf ihren langen Einsätzen die Augen offen hielten. Die Schokolade in der Blechdose hat den Krieg überlebt und erfreut sich noch immer großer Beliebtheit bei Fernfahrern. 14 Jahre nach Kriegsende spielte die rot-weiße Dose eine "Hauptrolle" in dem Film "Rosen für den Staatsanwalt".

Sprengelmuseum

wegweisung im Sprengel museum

Wegweiser im Sprengel Museum

Das Museum liegt direkt am Maschsee und ist mit dem Bus 100 wie auch dem eigenen Auto gut zu erreichen. Man kann sich auch gut trennen: das Stadion von Hannover 96 liegt in Kriechweite gegenüber dem Museum. Nach dem Speil trifft man sich dann wieder.
Der Bau verströmt die spräde Trockenheit, mit der moderne Architektur sich gegenüber den Exponaten zurücknehmen will und doch gern in Vordergrund spielt. Eine Vielzahl von sehr gelungen Sichtachsen, Lichtverläufen und Wegführungen machen das Sprengel-Museum auch optisch zu einem Hingucker: gradlinig ober nicht abweisend, offen und hell.

Schwerpunkte der Dauerausstellung

Schwerpunkt ist die Kunst des 20. Jahrhunderts. Das ist zum einen die Ära des Niedergangs handwerklicher Fähigkeiten der Künstler und das Erschlaffen intellektueller Kraft zur Reflektion und Brechung ihrer Zeit und zum anderen die Orientierungslosigkeit der Rezipienten, die auch für nflationäre Dutzend- und Massenware (Picassos Oevre [statistisch 5 Werke pro Tag]ist gutes Beispiel dafür) Hunderttausende ausgeben, wenn die Hohepriester der Kunstexperten die Werke teuer reden.
Natürlich darf Picasso nicht fehlen. Aber das Museum präsentiert die Kunst des vergangenen Jahrhunderts schwerpunktmäßig in Werken ausgewählter Künstler und Künstlergruppen:

  • Paul Klee,
  • Emil Nolde,
  • Max Beckmann,
  • Dresdner «Brücke»,
  • «„Blaue Reiter»,
  • Ernst Ludwig Kirchner,
  • August Macke,
  • Franz Marc,
  • Alexej von Jawlensky ,
  • Oskar Kokoschka,
  • Max Ernst,
  • Fernand Léger,
  • Henri Laurens,

Präsentation

Man nimmt, was man kann: jedenfalls bilden Fotos einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Sie kristalliesieren sich um die Dauerleihgabe einer einschlägigen privaten Sammlung, die Ann und Jürgen Wild dem Museum überlassen haben. Nun ja, 20. Jahrhundert paßt. Neben den Dauerausstellungen finden regelmäßig Sonderausstellungen aus.

Kleiner Besucher vor der Dauerleihgabe von Ann und Jürgen Wild

Es gibt auch Bänke und Stühle.

Die Werke sind alles in allem blendfrei ausgeleuchtet, ohne daß das Betrachten störende Schatten auf das Exponat wirft. Die Schwerpunkte spiegeln sich in räumlicher Gruppierung in einem oder benachbarter Räumen wider. Kleine Faltblätter (ich habe nur welche in deutsch gesehen) bringen dem Besucher den Künstler näher und ordnen ihn in seine Zeit und die Kunstgeschichte ein. Es gibt eine hinreichende Zahl von Sitzgelegenheiten. Man kann in Ruhe lesen und die Exponate betrachten.

Bemerkenswert ist der Versuch, Kinder an das Ausstellungsthema heranzuführen. Gleich neben dem Eingang führt eine Treppe in einen Beriech, in dem Kinder kunstorientiert bespielt werden. Eltern können sich dann auch mal ungestört von den Blagen die Ausstellungsstücke ansehen.

Technische Daten

Öffnungszeiten

Traurig aber wahr, montags gibt es nichts zu sehen. Dienstags kann der Besucher dafür bis 20:00 Uhr in die Ausstellung, an den anderen Öffnungstagen bis 18:00 Uhr. Geöffnet wird jeweils ab 10:00 Uhr.

Eintrittspreise

Die Homepage schweigt zu diesem Thema

Fotografieren

Leider verboten.

(Dieser Text basiert auf eigenen Beobchtungen. Stand Juni 2011)