Bucerius-Kunstforum
Täuschend echt

Illusion und Wirklichkeit in der Kunst

Ausstellung vom 13. Februar - 24. Mai 2010

Zusammenfassung

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Diese Bewertung hat die Redaktion von EXHIBS.INFO aufgrund der vorliegenden Berichte erarbeitet. Sie ist bei aller journalistischen Sorgfalt subjektiv, andere Besucher mögen zu anderen Einschätzungen kommen. Sie sind in jedem Fall herzlich aufgefordert, sich mit ihrem Bericht an dieser Seite zu beteiligen.


Täusche das Auge!

„Trompe-l’œils“ begegnet den Zeitgenossen nicht nur in Ausstellungen und Museen: wer zum Beispiel auf dem Weg zum Bucerius Kunstforum am Hauptbahnhof aussteigt, sieht in Plakatgröße ein niedliches Nagetier, das unsanft auf einer Eisfläche aufschlägt. Das gesplitterte Eis und das verdutzte Gesicht des Nagers sind zum Greifen konkret.

Wer gelegentlich mal den Potsdamer Platz in Berlin besucht, fragt sich schon seit Jahren, ob die Fassaden nun Fassaden oder bemalte Folien sind.

Trügerische Fassade in Berlin

Nun, wo wird das Auge
in die Irre geführt?

Auch Besucher der Residenzen in Bamberg, Kempten oder München bemerken in der Regel nicht, daß die beeindruckende Stuckdecken keine Stuckdecken, sondern eine Augentäuschung sind. Der Prunksaal der Nationalbibliothek in Wien, Hauptstadt der Täuschung, ist ein Paradebeispiel für „Trompe-l’œils“.
Auch der Besucher des Schlosses von Ludwigslust vermutet hinter den Statuen in Garten und Schloß das kundige und schweißtreibende Wirken eines Bildhauers, der sich an edlem Marmor abgearbeitet hat. Daß die Statuen aus alten Akten bestehen, erfährt der Besucher erst, wenn er die Ausstellung im Schloß aufmerksam durchwandert.

Auch Maurits Cornelis Eschers ewig Treppensteigenden Mönche täuschen das Auge, mehr noch als vieles, was in der Ausstellung präsentiert wird. In der Ausstellung gibt es keine Erklärung, warum Escher und sein Werk nicht wenigstens erwähnt wurde, und sei es, um dem Besucher zu erklären, warum dessen Täuschungen eben nicht „Trompe-l’œils“ sind

Prunksaal in Wien

Augentäuschung im Prunksaal
in der Wiener Nationalbibliothek

Schon lange, bevor die Kunstwelt den Begriff des „Trompe-l’œil“ erfand, gab es Künstler, die mit der Erwartung und Seh-Erfahrung ihrer Mitmenschen gespielt haben. Ob im alten Griechenland (im aktuellen Griechenland wird auch heute noch gerne und kunstvoll getrickst und getäuscht, allerdings eher mit Staatsfinanzen), in Pompeji, Franken oder Amerika: zu (fast) allen Zeiten und an fast allen Orten schickten sich Maler an, das Auge zu täuschen. Oder eben mit dem Fachbegriff „Trompe-l’œils“ Trompe-l’œil findet sich mit großem Unterhaltungswert auch auf der Bühne oder der Leinwand: "Charlys Tante" oder "Tootsi" spielen mit der Seh-Erfahrung des Betrachters und hinterfragen sie.

Trompe-l’œil

Wörtlich bedeutet das die Aufforderung: „Täusche das Auge!“, und wird gemeinhin als „Augentäuschung“ übersetzt.Die Kunst der Täuschung ist ein vielschichtiges Zusammenwirken von Kunst-Produktion und Kunst-Konsum. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Kunstwerk (meistens ein Bild), das etwas anderes darstellt, als der Betrachter vermutet. Wesentliches Element ist die kunstvolle und sichere Anwendung der perspektivischen Darstellung mit Fluchtlinien und Schatten.

Arten der Augentäuschung

Das Kunstwerk wirkt dreidimensional, körperlich, ist aber eben und flach. Das ist die häufigste Variante und in der Ausstellung auch entsprechend oft vertreten.

Das Kunstwerk ist dreidimensional und gleicht einem realem Vorbild, es ist aber irgendwie anders: leichter, schwerer, dauerhafter, von anderem Material. Das ist Trompe-l’œils in der ersten Ableitung. Der Betrachter erwartet zum Beispiel einen Stapel Altpapier, findet auch Altpapier vor, aber mit erfundenen Berichten (Nein, keine BILD-Zeitung!).

Das Kunstwerk sieht aus wie eine Kollage, ist eine Kollage und kein Mensch kommt auf die Idee, daß es sich um ein Trompe-l’œils handelt. Das ist Trompe-l’œil in der Nullten Ableitung und entspricht den aktuellen Regie-Einfällen im Schauspielhaus oder dem Thalia-Theater, bei denen bekannte Theaterstücke als szenische Lesung stattfinden, weil der Regisseur den Eindruck hatte, alles andere hatten wir schon, und das Publikum will ja auch mal was Klassisches sehen.

Was die Ausstellung nicht zeigt

Die oben erwähnten Formen der Augentäuschung bei Plakaten, Fassaden, Raumgestaltung fehlen in der Ausstellung leider, nicht mal ein Foto weist auf das „Trompe-l’œil“ des Alltags hin. Der Verzicht auf die Papier-Statuen aus Ludwigslust ist unerklärlich. Die Akt(en)modelle passen zum Thema „Trompe-l’œils“ besser als die Sperrholzplatte, die in Wirklichkeit aus Preßspan besteht oder die Getränkedosen, die keine sind. So gesehen ist die Ausstellung selber ein „Trompe-l’œils“: sie (ent-)täuscht die Erwartungen der Besucher.
Besuchen Sie unsere Bildstrecke. Hier können Sie sehen, daß die Welt des Trompe-l’œil nicht an den Museumstüren endet, sondern auch Gebrauchskultur war und ist. Außerdem stellen wir Ihnen ein paar Beispiele von Trompe-l’œil-Beiträgen von Künstlern vor, die mit anderen Werken oder auch gar nicht in der Ausstellung vertreten sind.

Zeuxis und Parrhasios

Diese beiden Maler sind zwar seit 2.400 Jahren tot, aber ihr Wettstreit, wessen Kunst das Auge besser täusche, ist ein running gag des Trompe-l'oil: Zeuxis beanspruchte die Krone der Täuschung für sich, weil eine (vermutlich) kurzsichtige Taube von seinen gemalten Trauben naschen wollte. Er mußte allerdings Parrhasios den Vortritt lassen, als der ihn aufforderte, doch bitte den Vorhang zur Seite zu ziehen, hinter dem sich sein Wettbewerbsbeitrag verberge. Zeuxis griff zum Vorhang und sah sich getäuscht: der Vorhang war Bestandteil des Bildes, nur Illusion. Seit dem versuchen sich immer wieder Künstler an dem Thema „Vorhang“, in der Ausstellung finden sich dafür Beispiele. Keine Beispiele finden sich für Vorhänge, die keine Vorhänge darstellen, sondern Fassaden und Einrichtungen. Wer gelegentlich mal in Opernhäuser oder Theater geht, wird serienweise solchermaßen von geschickten Bühnenbildnern getäuscht. So unterhaltsam die zitierte Geschichte auch sein mag, sie beleuchtet nur einen Aspekt der künstlerischen Augentäuschung. Schon aus der Antike sind Berichte und Belege über illusionistische Scheinarchitekturen überliefert, in denen Augentäuschung nicht L'art pour l'art zelebriert, sondern funktional als Gestaltungselement eingesetzt wird.

Quod libet und Jagdtrophäen

Neben Vorhängen sind auch immer wieder gerne Setzkästen und Pinbretter Gegenstand von malerischen Augentäuschungen. In der Ausstellung finden sich eine Anzahl solcher Darstellungen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und auch ein zeitgenössisches Zitat. Die alten Pinbretter bestanden aus Bändern, die auf einem Rahmen gespannt waren, und hinter denen man trefflich Bilder, Briefe und Accessoires aller Art festklemmen konnte.Die Künstler arbeiteten sich daran ab, das Bild optisch aus der Ebene in Richtung des Betrachters wachsen zu lassen. Das unterscheidet Trompe-l'oil von den perspektivischen Übungen der niederländischen Meister, deren Werke optisch in Gegenrichtung wuchsen. Spannendstes Beispiel ist das Bild, mit dem die Ausstellung beworben wird, der Junge, der aus dem Rahmen springt.

Monografie

Das Bucerius Kunstforum hat schon beeindruckende und überzeugende Monografien gezeigt. Unvergessen ist die Ausstellung zum Heiligen Antonius. Beim Thema dieser Ausstellung: „Täuschend echt“ schwächelt die Umsetzung. Wer klangvolle Listen bekannter Künstler schätzt, wird zufrieden sein: Rubens, Cranach, Picasso und Warhol leisten ihren Beitrag zur illustren Runde. Sie mögen auch Meister ihres Fachs sein, ihr Beitrag zum Thema der Ausstellung ist nur mit Anlauf und viel gutem Willen erkennbar.
So hinterläßt die Ausstellung einen gemischten Eindruck. Ein spannendes Thema, eine beeindruckende Zusammenstellung von Beiträgen, aber ein paar ärgerliche Defizite und läßliche Effekthaschereien.

Katalog

Der Katalog baut darauf, daß das Thema auch das Interesse jüngerer Besucher findet. Die Schrift ist nämlich lausig klein. Die Textbeiträge verdanken sich eines Kolloquiums zum Thema Trompe-l'oil. Auf 4 Seiten Text kommen gefühlte 5 Seiten Fußnoten. Die Autoren beweisen so ihre profunde Kenntnis der Thematik und ergehen sich leider oft in einem oft inhaltsleeren Wortgeschwurbel: schaut her, wie viele Worte ich verwenden kann, um um eine Sache herumzureden, statt sie zu treffen! Die Exponate selber werden optisch ansprechend dargeboten. Die Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken passen sich allerdings dem Thema an: sie sind oft (ent-)täuschend. Was hätte man zum Beispiel alles zu der Brillo-Box von Andy Warhol erzählen können! Der Besucher beziehungsweise Leser erfährt nicht einmal, daß Warhol für eine Ausstellung mit Aktionskünstlern hunderte von diesen Kisten produzierte und auf Zuruf einem Ausstellungskurator in Europa das OK gab, noch ein paar Hundert weitere zu produzieren. Das Kunstwerk ist nicht die Box, sondern die Vielzahl der Boxen!

Torrentius Stilleben

Hatte Torrentius die Fotografie
schon viel früher entdeckt?

Der spannenste Beitrag bezieht sich auf das weitgehend verschollene Werk des Niederländers Torrentius, dessen einziges überlieferte Werk von Michael Phillipp spannend und mit einer Hauch Verschwörungstheorie vorgestellt wird. Es befindet sich allerdings nicht in der Ausstellung.
Mindestens ein ausgestelltes Werk hat es nicht in den Katalog geschafft: der geschrumpfte Karl Lagerfeld. Scheint aber nicht wichtig zu sein, die Künstlerin erwähnt es nicht mal auf ihrer eigenen Homepage. Immerhin erfährt der Besucher durch den Vitrinentext, daß der Begriff Körperscanner in der Vergangenheit eine andere Bedeutung hatte als in Zeiten des Überwachungswahns an den Flughäfen. Welchen Beitrag der geschrumpfte Modeselbstdarsteller für das Thema der Ausstellung hat, blieb manchem Besucher unklar.

Bewertung der Ausstellung Täuschend echt.
Illusion und Wirklichkeit in der Kunst.

  1. Öffnungszeiten Zeichenerklärung

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  2. Leitsystem Zeichenerklärung

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  3. Präsentation Zeichenerklärung

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  4. Komfort Zeichenerklärung

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  5. Informationen vor Ort Zeichenerklärung

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  6. Informationen zum Mitnehmen Zeichenerklärung

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  7. Was gibt's fürs Geld Zeichenerklärung

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